† 9. Feb 1997

† 14. Feb 2002

The Sweet

The Sweet war die kommerziell erfolgreichste Glam-Rock-Gruppe der 1970er Jahre. Sie stammte aus dem englischen Middlesex, nannte sich ursprünglich Sweet Shop und trat bis 1970 mit Motown-Kopien in Diskotheken auf.

Weg zum Erfolg

Nach ersten erfolglosen Plattenaufnahmen und einem gekündigten Plattenvertrag holte der Produzent und ehemalige Drummer Phil Wainman die Musiker ins Studio. Mit einer Serie von Hit-Konfektionsware aus der Feder von Mike Chapman und Nicky Chinn, die mit den Hits für The Sweet den Grundstein ihrer beispiellosen Hit-Dominanz in den 1970ern legten, gelang der Gruppe der Einstieg in die deutschen Charts. Bereits die zweite Single dieser Zusammenarbeit, Co-Co, landete in den deutschen Charts auf Platz 1 (GB 2). Nach den ähnlich poppigen Singles Wig Wam Bam, Poppa Joe und Little Willy wurde ihnen ab 1973 ein härteres, zeitgemäßes Image als Glamrock-Band nebst entsprechendem Hit-Material verpasst. Nun ganz auf der modischen Höhe der Zeit landeten sie mit Blockbuster, das 1973 der größte Erfolg für Sweet in Großbritannien wurde, Hell Raiser, Ballroom Blitz und Teenage Rampage eine Serie recht ähnlich klingender Rock-Hymnen, die mit Sirenen und Donnerschlag aufgepeppt, allesamt die Spitzen der Charts erreichten.

Ähnlich wie später etwa Frankie goes to Hollywood waren The Sweet, ohne ihre musikalischen Fähigkeiten tatsächlich bestimmen zu können, lange Zeit ein Spielball der Musikindustrie. Kritiker der schreibenden Zunft behaupteten, weniger wichtig sei The Sweet das Stimmen der Instrumente als das richtige Outfit gewesen. Mit ihren ins Gesicht gezupften Vokuhila-Frisuren erschien das Quartett wie eine moderne Version der Beatles. Die Musiker waren große Fans von The Who, was sich beispielsweise auf Alben wie Desolation Boulevard nachhören lässt.

In der Folgezeit ließ der Erfolg der Band etwas nach, und die Bandmitglieder wollten sich auch verstärkt mit eigenen Songs einbringen. Nach weiteren Hits wie Fox on the Run oder The Six Teens trennten sich The Sweet von den Autoren Nicky Chinn und Mike Chapman, um sich als Rockband zu etablieren. Die Band brachte nach einem Wechsel der Plattenfirma weitere LPs wie Give Us A Wink und Level Headed heraus. Aus letzterer stammt die Single Love Is Like Oxygen, die 1978 die Top Ten in Deutschland und Großbritannien erreichte. Insgesamt hatten The Sweet in Deutschland 16 Hits in den Top Ten, von denen acht Titel den ersten Platz belegten (GB: 11x Top 10; 1x Nummer 1).

Schließlich zerbrach die klassische Bandbesetzung auch wegen des alkoholbedingten schlechten Gesundheitszustands des Sängers Brian Connolly. Er verließ die Band 1979 und die verbleibenden Mitglieder brachten die recht erfolglose LP Cut Above The Rest heraus.

Originalbesetzung

  • Brian Connolly Gesang: (Brian Francis Connolly) *5. Oktober 1945 in Glasgow, Schottland; † 9. Februar 1997). Er starb in einem Londoner Krankenhaus an an den Folgen eines Herzinfarktes.
  • Andy Scott, Gitarre: (Andrew David Scott) (* 30. Juni 1949 in Wrexham, Wales) ersetzte 1970 Mick Stewart. Er spielt noch immer bei The Sweet und ist damit der einzige aus der Original-Band.
  • Steve Priest, Bass: (Stephen Norman Priest) (* 23. Februar 1948 in Hayes). Nachdem Brian Connolly die Gruppe verlassen hatte, übernahm Priest 1979 auch den Gesangspart. Später ging er in die USA und beendete seine musikalische Karriere.
  • Mick Tucker, Schlagzeug: (Michael Thomas Tucker) (17. Juli 1947 in London, † 14. Februar 2002 in Wellwyn Garden City , Hertfordshire) verließ die Gruppe 1991. Er verstarb 2002 nach langer Krankheit an den Folgen von Leukämie.

The Sweet heute

The Sweet ist auch noch heute unterwegs als Andy Scott's Sweet und spielt live die Stücke der 1970er Jahre, wenn auch mit anderer Besetzung. Unter dem Titel "Brian Connolly's Sweet" erschien eine CD mit Remixes von Julian Beeston und Bands wie Alien Sex Fiend und Die Krupps.

Diskografie

Singles

  • Slow Motion (1969)
  • Lollipop Man (1970)
  • All You'll Ever Get From Me (1970)
  • Get On The Line (1970)
  • Funny Funny (1971) # 5. in D
  • Co-Co (1971) # 1. in D
  • Alexander Graham Bell (1971) # 24. in D
  • Poppa Joe (1972) # 3. in D
  • Little Willy (1972) # 1. in D
  • Wig Wam Bam (1972) # 1. in D
  • Blockbuster (1973) # 1. in D
  • Hell Raiser (1973) # 1. in D
  • Ballroom Blitz (1973) # 1. in D
  • Teenage Rampage (1974) # 1. in D
  • The Sixteens (1974) # 4. in D
  • Turn it Down (1974) # 4. in D
  • Fox on the Run (1975) # 1. in D
  • Action (1975) # 2. in D
  • The Lies in your Eyes (1976) # 5. in D
  • Healer (1976)
  • Lost Angels (1976) # 13. in D
  • Fever of love (1977) # 9. in D
  • Stairway to the Stars (1977) # 15. in D
  • Love is like Oxygen (1977) # 10. in D
  • California Nights (1978) # 23. in D
  • Call Me (1979) # 29. in D
  • Alben
    • Gimme Dat Ding (Gemeinsame LP mit "The Pipkins") (1971)
    • Funny How Sweet Co-Co Can Be (November 1971)
    • Great Balls Of Fire (1971 )
    • Biggest Hits (1972)
    • Poppa Joe (1972)
    • Sweet Fanny Adams (April 1974)
    • Desolation Boulevard (November 1974)
    • Strung Up (Double Album) (November 1975)
    • Sweet Singles Album (1975)
    • Give Us A Wink (März 1976)
    • Golden Greats (1977)
    • Off The Record (April 1977)
    • 10 Years On Top - Takeoff (1978)
    • Level Headed (Januar 1978)
    • Cut Above The Rest (October 1979)
    • Water's Edge (1980)
    • Identity Crisis (November 1982)