Deep Purple

 

Deep Purple

Gründung:

1968

Auflösung:

1976

Comeback:

1984

Gründungsmitglieder

Gesang:

Rod Evans

Gitarre:

Ritchie Blackmore

Bass

Nick Simper

Hammond-Orgel/Keyboard:

Jon Lord

Schlagzeug:

Ian Paice

Weitere ehemalige Mitglieder

Gesang:

David Coverdale

Bass/Gesang:

Glenn Hughes

Gitarre:

Tommy Bolin

Gesang:

Joe Lynn Turner

Gitarre:

Joe Satriani

Aktuelle Besetzung

Gesang:

Ian Gillan

Gitarre:

Steve Morse

Bass:

Roger Glover

Hammond-Orgel/Keyboard:

Don Airey

Schlagzeug:

Ian Paice


Deep Purple (engl.: tiefes Purpur; im Slang zwar ein Synonym für LSD aber für die Namensgebung der Band standen nicht Drogen, sondern das Lieblingslied von Ritchie Blackmores Großmutter Pate), wurden im April 1968 gegründet und gehören zu den ersten und bekanntesten Hard Rock-Bands. Bekannte Songs sind Black Night, Smoke on the Water, Woman from Tokyo, Child In Time und Highway Star. Musikalische Eigenschaften von Deep Purple sind typischer Hard Rock mit markanten Gitarrenriffs, in Verbindung mit virtuosen Soli.

Bandgeschichte

Die Besetzung der Band hat sich im Laufe der Jahre sehr oft verändert, so dass man mit dem Begriff „Mark“ (Mk) die geläufige Abkürzung für die Nummerierung der unterschiedlichen Besetzungen der Band eingesetzt hat.

Mk I

Deep Purple entstand aus der Band Roundabout, die in der Besetzung Ritchie Blackmore (E-Gitarre), Jon Lord (Hammond-Orgel, Keyboard), Chris Curtis (Gesang), Dave Curtis (Bass) und Bobby Woodman (Schlagzeug) im Februar 1968 gegründet wurde. Schon im Folgemonat verließen Chris Curtis, Dave Curtis und Bobby Woodman die Band. Sie wurden durch Rod Evans (Gesang), Nick Simper (Bass) und Ian Paice (Schlagzeug) ersetzt. Nach einer kurzen Tour durch Skandinavien wurde der Bandname dann in Deep Purple geändert. In dieser Besetzung spielten Deep Purple drei Alben ein und hatten mit der Coverversion von Hush (im Original von Joe South) einen Erfolg in den USA (Platz 4 der US-Single Charts), wo sie anschließend auch einige Tourneen absolvierten. Der „Kern“ der Band um Blackmore, Lord und Paice hatte aber hauptsächlich den britischen Markt im Visier, und so wurden Evans und Simper Ende 1969 durch den Sänger Ian Gillan, der 1970 auf der Studiofassung der Rockoper Jesus Christ Superstar von Andrew Lloyd Webber die Rolle des Messias spielte, und den Bassisten Roger Glover ersetzt. Ian Gillan und Roger Glover spielten zuvor schon mehrere Jahre lang in der Band Episode Six zusammen. Deren Schlagzeuger Mick Underwood wirkte später in der Ian Gillan Band mit und gründete 1969 mit John Gustafson und Peter Robinson die Deep Purple musikalisch verwandte Band Quatermass. Die unter den Fans als klassisch geltende MkII-Besetzung war geboren.

Mk II

Jetzt sollte Jon Lord seinen großen Moment haben – der klassisch ausgebildete Musiker hatte ein Werk für Band und Orchester geschrieben, welches nun mit großem Pomp in der Royal Albert Hall gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Malcolm Arnold aufgeführt wurde. Damals entsprach dieser Versuch, die klassische und die Rockmusik zusammenzubringen, durchaus dem Zeitgeist und wurde sowohl vom Publikum als auch von Teilen der Kritiker wohlwollend aufgenommen. Trotzdem schlug die Band als nächstes einen neuen Stil ein. Das 1970 veröffentlichte Album In Rock kann als ein Wendepunkt in der Geschichte der Band gesehen werden und gilt bis heute als Klassiker der Rockgeschichte. Von nun an dominierte Blackmore mit seinen Hard-Rock-Visionen gegen den klassisch orientierten Lord - wobei gerade aus der Spannung zwischen diesen beiden die immense Live-Energie und Spielfreude der Band erwuchs, die deutlich auf Livealben aus dieser Zeit, wie zum Beispiel Made in Japan, zu hören ist. Während Lord seine Ambitionen nun auch außerhalb der Band mit anderen Musikern vollzog, produzierte die Band unter Blackmores Ägide weitere, heute als Klassiker geltende, Hard-Rock-Alben (Fireball und Machine Head) und rieb sich während langer Tourneen auf. Zu den Aufnahmen von Who Do We Think We Are im Jahr 1973 gingen die Bandmitglieder getrennt ins Studio. Zuerst hieß es, man wolle die Band komplett auflösen, später wurden nur Gillan und Glover getauscht. Im Nachhinein waren Lord und Paice der Meinung, man hätte eigentlich Blackmore hinauswerfen sollen, da er im Zentrum vieler Streitigkeiten stand.

Mk III

Als neuen Sänger verpflichtete die Band den damals unbekannten David Coverdale, die Bassgitarre übernahm Glenn Hughes vormals bei der Band Trapeze, der Coverdale auch im Gesang, vor allem im hohen Bereich, unterstützte. Die folgenden Aufnahmen Burn und Stormbringer folgten im Stil ihren Vorgängern. Es folgten die üblichen Tourneen, um die Platten zu promoten. Vor allem zu nennen ist ihr Auftritt beim California Jamming im April 1974, dem größten Deep-Purple-Konzert mit 200 000 verkauften Karten, der das Rock-Festival abschloss. Außerdem zu Gast waren unter anderem Emerson, Lake and Palmer und Black Sabbath. 1975 warf dann Blackmore das Handtuch und verließ nach einigen Querelen die Band, um Rainbow zu gründen.

Mk IV

Die verbleibenden Musiker wählten als neuen Gitarristen den US-amerikanischen Fusion-Rock Gitarristen Tommy Bolin aus. Dieser brachte noch einmal frischen Wind in die erstarrten Strukturen der „Institution“ Deep Purple, kam damit allerdings bei den Fans nicht so gut an. Das Album Come Taste The Band wurde, gemessen an den Verkaufszahlen der vorherigen Alben, ein kommerzieller Flop, und das Live-Album Last Concert In Japan ist sicher ein Tiefpunkt in der gesamten Bandgeschichte. Aufgrund des fehlenden Erfolgs und des schwindenden Zusammengehörigkeitsgefühls löste sich die Band im Frühjahr 1976 auf und die Künstler widmeten sich Soloprojekten. Im Dezember des selben Jahres starb Tommy Bolin an einer Überdosis Heroin.

Zwischenzeit

Alle ehemaligen Mitglieder waren in diversen anderen Bands aktiv. Blackmore gründete Rainbow, zu denen 1978 auch Glover stieß, Coverdale gründete Whitesnake, wo sich 1978 auch Lord einfand, um wenig später noch Paice nachzuholen, während sich Gillan mit seinem etwas schrulligen, gleichnamigen Soloprojekt verdingte, um 1983 bei Black Sabbath einzusteigen.

Mk II (2)

Im Jahr 1984 unternahm der britische Plattenkonzern EMI erhebliche finanzielle Anstrengungen, um Deep Purple in der Mk II-Besetzung wieder ins Leben zu rufen. Da sich Rainbow totgelaufen hatte, Lord und Paice mit der Ausrichtung auf den US-amerikanischen Geschmack von Whitesnake nicht mehr zurechtkamen und Gillan bei Black Sabbath den Hut nehmen musste, nahmen sie das angebotene Geld bereitwillig an und rauften sich zu Perfect Strangers zusammen. Das Album verkaufte sich gut, die Tour war gut besucht, und so folgte noch das Album The House Of Blue Light, wofür die Band allerdings von der Kritik zerrissen wurde. Gillan räumte daraufhin Schwächen im Songmaterial ein, und wurde aufgrund dieser „Majestätsbeleidigung“ von Blackmore aus der Band geworfen.

Mk V

Der vakante Sängerposten wurde nach einigem Hin und Her mit dem ehemaligen Rainbow- und Yngwie Malmsteen-Sänger Joe Lynn Turner besetzt. Es entstand ein Album, das auch sehr nach spätem Rainbow klang (Slaves and Masters), womit Fans und auch Musiker nicht einverstanden waren, so dass Turner die Band wieder verlassen musste.

Mk II (3) bis heute

Gillan wurde dazu bewogen, das Kriegsbeil mit Blackmore zu begraben, und 1992 spielte man The Battle Rages On ein. Alle Probleme waren anscheinend nicht ausgeräumt, und während der Tour zum Album verließ Blackmore die Band. Für die Dauer der Tour wurde Joe Satriani verpflichtet, der allerdings wegen seines Plattenvertrages nicht bei der Band bleiben konnte. So kam Steve Morse (vorher u. a. bei Kansas) zum Zug. In dieser Besetzung spielten Deep Purple Purpendicular und Abandon ein. Morse brachte frischen Wind und neue Ideen in die Band ein. Dies äusserte sich nicht zuletzt auch bei den Liveauftritten: Zahlreiche weniger berühmte Songs aus den 70ern, die auf Grund von Blackmores Weigerung niemals zuvor oder nur in ganz seltenen Ausnahmefällen live gespielt wurden, fanden plötzlich ihren Weg ins Live-Set. Im März 2002 verließ Jon Lord freiwillig – ein Novum in der Geschichte der Band – Deep Purple und wurde durch den Keyboarder Don Airey ersetzt, der auch schon einmal bei Rainbow gespielt hatte. In diesem Line-Up wurde 2003 das Album Bananas veröffentlicht. Deep Purple trat im Rahmen der weltweiten Live 8-Benefizkonzerte am 2. Juli 2005 in Barrie auf. Im Oktober 2005 erschien Rapture of the Deep, es folgt eine Welttournee Anfang 2006. (In Deutschland zusammen mit Alice Cooper)

Mitgliedergeschichte

Die sich bei Deep Purple häufig verändernde Besetzung sowie die zugehörigen Alben (mit Erscheinungsdatum) sind nachfolgend dargestellt.

  • April 1968 – Juni 1969
    • Ritchie Blackmore (Gitarre)
    • Jon Lord (Hammond-Orgel, Keyboard)
    • Rod Evans (Gesang)
    • Ian Paice (Schlagzeug)
    • Nick Simper (Bass)

Shades of Deep Purple, Jul 1968 (US) , Sep 1968 (UK)

The Book of Taliesyn, Dez 1968 (US), Jul 1969 (UK)

Deep Purple, Jun 1969 (US) , Nov 1969 (UK)

  • Juni 1969 – 30. Juni 1973
    • Ritchie Blackmore
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Ian Gillan ersetzte Rod Evans
    • Roger Glover ersetzte Nick Simper

Concerto for Group and Orchestra, Dez 1969

Deep Purple in Rock, Jun 1970

Fireball, Sep 1971

Machine Head, März 1972

Made In Japan, Dez 1972

Who Do We Think We Are, Feb 1973

  • Oktober 1973 – 5. April 1975
    • Ritchie Blackmore
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • David Coverdale (Gesang) ersetzte Ian Gillan
    • Glenn Hughes (Bass und Gesang) ersetzte Roger Glover

Burn, Feb 1974

Stormbringer, Dez 1974

Made In Europe Sep 1976

  • 1975 – Juli 1976 (letzter Auftritt am 15. März 1976)
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • David Coverdale
    • Glenn Hughes
    • Tommy Bolin (Gitarre und Gesang) ersetzte Ritchie Blackmore

Come Taste the Band, Okt 1975

  • April 1984 – April 1989 (Reunion der MkII-Formation, Besetzung wie 1969 – 1973)
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Ian Gillan
    • Roger Glover
    • Ritchie Blackmore

Perfect Strangers, 1984

The House of Blue Light, 1987

  • Herbst 1989 – Herbst 1992
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Roger Glover
    • Ritchie Blackmore
    • Joe Lynn Turner ersetzte Ian Gillan

Slaves & Masters, 1990

  • Herbst 1992 – 17. November 1993 (Reunion)
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Roger Glover
    • Ritchie Blackmore

Ian Gillan ersetzte Joe Lynn Turner

The Battle Rages on..., Juli 1993

  • 2. Dezember 1993 – Juli 1994
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Roger Glover
    • Ian Gillan
    • Joe Satriani ersetzte Ritchie Blackmore
  • November 1994 – Februar 2002
    • Jon Lord
    • Ian Paice
    • Roger Glover
    • Ian Gillan
    • Steve Morse ersetzte Joe Satriani

Purpendicular, Feb 1996

Abandon, Mai 1998

  • seit März 2002
    • Ian Paice
    • Roger Glover
    • Ian Gillan
    • Steve Morse
    • Don Airey löst Jon Lord ab

Bananas, Aug 2003

Rapture Of The Deep, Okt 2005

  • Offizielle Diskografie
  • Gelistet sind die wichtigsten Veröffentlichungen. Die Jahresangabe bezeichnet das Jahr der Entstehung der Aufnahmen, nicht den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

    • 1968 – Shades Of Deep Purple
    • 1968 – Book Of Taliesyn
    • 1969 – Deep Purple
    • 1969 – Concerto For Group And Orchestra
    • 1970 – In Rock
    • 1970 – Scandinavian Nights (live)
    • 1971 – Fireball
    • 1972 – Machine Head
    • 1972 – Made in Japan (live)
    • 1973 – Who Do We Think We Are
    • 1974 – Burn
    • 1974 – Stormbringer
    • 1975 – Come Taste The Band
    • 1975 – Live In Paris 1975 (live)
    • 1976 – Made In Europe (live)
    • 1984 – Perfect Strangers
    • 1987 – The House Of Blue Light
    • 1988 – Nobody's Perfect (live)
    • 1990 – Slaves & Masters
    • 1993 – The Battle Rages On
    • 1994 – Come Hell Or High Water (live)
    • 1996 – Purpendicular
    • 1997 – Live At The Olympia '96 (live)
    • 1998 – Abandon
    • 1999 – Live At The Royal Albert Hall (live)
    • 1999 – Total Abandon Australia '99 (live)
    • 2000 – Live At The Rotterdam Ahoy (live)
    • 2003 – Bananas
    • 2005 – Rapture Of The Deep
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