† 6. Sept. 1990

Creedence Clearwater Revival

 

Creedence Clearwater Revival

Gründung:

1959

Auflösung:

1972

Gründungsmitglieder

Leadgitarre:

John Fogerty

Rhythmusgitarre:

Tom Fogerty (bis 1971)

Schlagzeug:

Doug Clifford

Bass

Stu Cook

Creedence Clearwater Revival (auch bekannt als CCR) war eine US-amerikanische Rockband der späten 1960er und frühen 1970er Jahre aus Berkeley, Kalifornien.

Bandgeschichte

Gründung - die frühen Jahre

Die Band begann als The Blue Velvets, gegründet Anfang 1959 von John Fogerty, seinem Bruder Tom und deren Schulfreund Doug Clifford in El Cerrito, Contra Costa County, Kalifornien. Fünf Monate später fand noch Stu Cook zu der Gruppe. Sie spielten gemeinsam auf Schulveranstaltungen und kleinen Festen, wobei ihr Repertoire im wesentlichen aus Instrumentalversionen der damaligen Hits bestand.

Während dieser Zeit nahmen sie bereits einige Platten für den örtlichen Orchester-Musikverlag auf, blieben aber erfolglos.

Nachdem dem High School-Abschluss aller Bandmitglieder arbeiteten The Blue Velvets kaum noch an einer musikalischen Karriere. Tom, der ältere der Fogerty-Brüder hatte bereits eine eigene Familie zu versorgen; Doug und Stu gingen aufs College und John zu den Army Reserves.

Der Start einer großen Karriere bedeutete es, als die vier 1964 einige Demoaufnahmen zur Plattenfirma Fantasy Records brachten. Dort war man von der Musik der Blue Velvets angetan. Den Musikern wurde nahegelegt, auch noch Gesang in die Lieder einzubauen. Die anschließenden Vocal-Aufnahmen kamen dann bereits als Schallplatte auf den Markt.

Allerdings waren die Musiker schockiert, als sie bei der Veröffentlichung feststellen mußten, dass die Plattenfirma die Band in Golliwoggs (Negergruppe) umgetauft hatte. Zunächst hielt sich der Erfolg weiter in Grenzen, sie veröffentlichten ein paar unbeachtete Singles. Dennoch stachen die vier Musiker schon damals mit Eigenkompositionen und überdurchschnittlich guten Texten aus der Masse der örtlichen Musikgruppen heraus.

Mit dem Lied Brown Eyed Girl, das im Jahr 1966 veröffentlicht wird, löste John seinen Bruder Tom als Sänger ab. Dieser Wechsel bedeutete erneut einen musikalischen Aufbruch; mit Walk On The Water entstand bald darauf der erste Song, der voll und ganz aus der Feder der Gruppe stammt und kein Liebeslied ist. 1967 wurde mit Porterville ein weiterer Titel, kurz vor dem Durchbruch, veröffentlicht.

Creedence Clearwater Revival - Durchbruch und Ruhm

Im Dezember 1968 benannte sich die Gruppe dann in Creedence Clearwater Revival um. Dieser Name, der sich zum Teil aus einer Bierreklame zusammensetzte, sollte dabei etwas Tiefes, Wahres und Reines in der Musik symbolisieren. Der erste Titel, den sie unter diesem Namen aufnahmen, war Suzie Q., ein damals bereits elf Jahre altes Lied von Dale Hawkins, das sie schon seit ihrem Bestehen im Programm hatten.

Anschließend nahmen sie I Put A Spell On You, Walk On The Water, Get Down Woman, Gloomy und weitere Songs auf. Der Titel The Working Man war bereits ein früher Versuch, den Kern der „lower-class“-Mentalität des Volkes anzusprechen.

Das erste Album mit dem Namen Creedence Clearwater Revival wurde Anfang 1968 fertiggestellt und im Juni des Jahres veröffentlicht. Die Reaktion auf diese Platte war enorm; bei den Radio-Stationen gingen zahlreiche Hörerwünsche ein. Danach lief die Platte regelmäßig in den Radiosendungen, und es entstand eine regelrechte CCR-Manie.

Ihr Auftritt 1969 als Mit-Headliner des legendären Woodstock Festivals erschien weder in dem Film ber das Festival, noch auf dem ursprünglichen Woodstock-Album, da John Fogerty und die Plattenfirma sich weigerten, die Rechte dazu freizugeben. Fogerty betrachtete den Auftritt, der gegen 3 Uhr nachts nach einem sehr schwachen und langen Auftritt der Grateful Dead stattgefunden hatte, als zu schlecht, um veröffentlicht zu werden: Nur ein kleiner Teil des Publikums war noch wach und die Band hatte angeblich mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Mit dem im gleichen Jahr erschienenen Album Bayou Country fand die Band zu dem Stil, den sie auch über die nächsten Jahre beibehielten. Die Musik der Gruppe wurde nun als Bayou Rock oder Swamp Rock bezeichnet, da sich die Texte und immer wiederkehrenden Themen mit ländlichen Weisheiten befassten. Schließlich nahm man an, dass Creedence Clearwater Revival aus Louisiana stammte. Gerade Proud Mary, ihre zweite Hit-Single (der Song wird mehrfach gecovert, in der bekanntesten Version von Tina Turner ) bestärkte diese Annahme. Dieser Mythos entwickelte sich hauptsächlich durch die Liebe John Fogertys zum Süden der USA; seine bevorzugte Musik, Blues und klassischer Rock 'n' Roll kamen fast ausnahmslos von dort.

Mit dem Hit Fortunate Son auf dem Album Willy And The Poor Boys (November 1969) wurden Creedence Clearwater Revival zum ersten Mal politisch. Es war ein Lied voller Bitterkeit und Empörung, Verachtung und Aufbegehren, ein Lied für Radikale und Konservative gleichermaßen. Gegenstand der Verachtung war der gefühllose Reiche, der die Macht zu seinen eigenen Zwecken verdreht. Down On The Corner war der größte Hit aus dieser LP, der unbekanntere Titel Don’t Look Now (It Ain’t You Or Me) wurde von offizieller Seite stark angefeindet. Aber auch radikale Gruppen begannen zu dieser Zeit, die Gruppe zu kritisieren. Sie bemängelten, dass die Band ihr „schmutziges Geld“ nicht der Peace & Freedom Partei schenkte oder die Lieder zu Ehren Trotzkis schrieb, sondern ihre Lieder eher unverbindlichen Themen widmete, die nichts über die Revolution ausdrückten.

Zur Zeit der Veröffentlichung von Cosmo’s Factory, der fünften LP, befand sich Creedence Clearwater Revival auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere. Hits aus dieser Periode sind Lookin‘ Out My Back Door, Up Around The Bend und Who’ll Stop The Rain. Mittlerweile spielten die Band regelmäßig vor den großem Publikum in der ganzen Welt, jede Single verkaufte sich millionenfach, und jede ihrer bisherigen fünf LPs wies Verkaufszahlen von über einer Million auf. Sogar Raubpressungen waren auf dem Markt.

Die vier Musiker, inzwischen selbst zu Millionären geworden, verloren nicht den Bezug zu ihren Werten. Sie vertraten zwar keine radikalen Positionen, doch setzten sie sich stark für die Bürgerrechte ein und gaben zahlreiche Benefiz-Konzerten. Ohne dies bekannt zu machen, versorgten sie die Indianer der belagerten Alcatraz-Insel mit Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen.

Die im Dezember 1970 veröffentlichte LP Pendulum wurde schon vor dem Erscheinungsdatum über eine Million Mal bestellt. Das Album enthielt mit Hey Tonight den einzigen Nummer-1 Hit für CCR in Deutschland. Jahre später wurde aber deutlich, dass John Fogerty seine Bandkollegen auf "Pendulum" inzwischen zu Statisten degradierte; die wesentlichen Beiträge zur Platte kamen von Ihm. Vielleicht auch gerade deswegen sang Fogerty wohl nie souveräner als auf diesem Album. Der Gruppenverband war nun jedoch nicht mehr aufrecht zu erhalten; Tom Fogerty schiedt im Februar 1971 aus, um sich mit einer Solokarriere zu versuchen.

Auf dem im April 1972 erschienenen Album Mardi Gras legte jeder der verbleibenden drei Musiker seine eigenen Kompositionen vor. Die Platte sollte nach demokratischen Prinzipien innerhalb der Band entstehen, wurde aber ein völliges stilistisches Durcheinander.

Auflösung

Im Juli 1972 löste sich Creedence Clearwater Revival schließlich auf. Stu Cook und Doug Clifford gründeten später mit anderen Musikern die Formation Creedence Clearwater Revisited, mit der sie die alten Hits am Leben erhielten. John Fogerty war nach der Trennung in verschiedenen Projekten und mit einer Solokarriere zunächst nur mäßig erfolgreich. Erst 1985 hatte er mit dem Album Centerfield und den Singles Rock And Roll Girls und The Old Man Down The Road wieder kommerziellen Erfolg. John Fogerty, der ehemalige Kopf der Band, ist bis heute mit verschiedenen Plattenveröffentlichungen musikalisch aktiv.Tom Fogerty starb am 6.September 1990.

Diskografie

Langspielplatten

  • Juni 1968: LP Creedence Clearwater Revival
  • Januar 1969: LP Bayou Country
  • August 1969: LP Green River
  • November 1969: LP Willy and the Poor Boys
  • Juli 1970: LP Cosmo’s Factory
  • Dezember 1970: LP Pendulum
  • April 1972: LP Mardi Gras
  • 1973: LP Live in Europe
  • 1969: Split-LP Spiritual Orgasmus of Creedence Clearwater Revival and Jeronimo
  • Singles
    • Juni 1968: Suzie Q, Part I & II
    • Oktober 1968: I Put A Spell On You/Walk On The Water
    • Januar 1969 Proud Mary/Born On The Bayou
    • April 1969: Bad Moon Rising/Lodi
    • Juli 1969: Green River/Commotion
    • Oktober 1969: Down On The Corner/Fortunate Son
    • Januar 1970: Travelin‘ Band/Who’ll Stop The Rain
    • April 1970: Up Around The Bend/Run Through The Jungle
    • Juli 1970: Lookin‘ Out My Back Door/Long As I Can See The Light
    • Januar 1971: Hey Tonight/Have You Ever Seen The Rain
    • Juli 1971: Sweet Hitch-Hiker/Door To Door
    • März 1972: Someday Never Comes/Tearin‘ Up the Country
    • 1972: Molina/Sailor´s Lament
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